Die Berliner Weisse ist ein faszinierender Bierstil, der nicht jedem Braumeister leicht von der Hand geht. Die für den Stil typische knackige Säure muss feinsinnig ausbalanciert werden, sonst zieht es einem beim Trinken den Mund zusammen. Viele Brauereien wählten in der Hochzeit der Berliner Weissen den einfachen Weg und schenkten ihr Bier mit einem Schuss Sirup aus. Die süße Beigabe tilgt die Säure – und leider auch den restlichen Geschmack des Bieres. Ulrike Genz, Braumeisterin und Chefin des Brauhauses Schneeeule, hat sich der Sache angenommen und die Hauptstadt-Weisse mittels wilder Hefen und raffinierter Rezepturen in die Gegenwart katapultiert.
Dass Ulrike mehr kann als nur Berliner Weisse, beweist sie unter anderem mit diesem Sud: Heinrich ist eine Mischung aus gereiftem Pilsner und Sauerbier. Die Cuvée bringt 5,5 % Alkohol auf den Tisch und präsentiert sich in zart bewölktem Marillengold. Ein Hauch von weißem Schaum krönt das Bier. Ein Bouquet aus Wiesenkräutern, Waldmeister und Aprikose streicht um die Nasenspitze und verführt zum Antrunk. Das Geschmacksbild ist so trocken wie ein guter Weißwein und punktet mit grünem Apfel, reifem Steinobst, erdigen Kräutern und einer Note von Waldmeister. Eine samtige Säure zieht sich wie ein roter Faden durch den Biergenuss.
Heinrich ist herb wie ein Pilsner und so spannend, vielfältig und elegant wie ein fruchtiges Sauerbier. Wow!
SchneeeuleWasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe, Milchsäurebakterien, Zucker